Para-Kletterer Dominic Geisseler ist Europameister

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Slobodan Miskovic | World Climbing
Erscheinungstermin
August 2026

Lors des Championnats d'Europe de para escalade, de difficulté et de vitesse à Laval, en France, l'équipe suisse a décroché six places en finale. Un para-grimpeur et une para-grimpeuse sont montés sur le podium.

Vom 28. bis 30. August fanden in Laval die Europameisterschaften im Sportklettern statt. Nebst den Disziplinen Lead und Speed wurden auch die Titel im Para-Klettern vergeben. Der Para-Kletterer Dominic Geisseler aus Pratteln wurde Europa-Meister, seine Teamkollegin Sarah Longhi holte die Bronzemedaille.

13. Medaille und erster Europameistertitel

Dominic Geisseler ist seit 2023 an 14 Wettkämpfen angetreten – und erreichte in Laval zum 13. Mal das Podest. Dem Athleten fehlen mehrere Fingerglieder, und er startet in der Kategorie AU3 für Kletterer mit Einschränkungen im Bereich der Hand. In Laval verlief die Qualifikationsrunde für ihn nicht optimal, sodass er um seinen Finaleinzug bangen musste. Geisseler spricht von einer «Achterbahnfahrt der Gefühle», denn im Final entschied ein Schiedsrichterentscheid über seinen Titel. Dort wartete eine besonders steile Passage mit wenigen Tritten und ohne Erholungsmöglichkeit für die Arme auf ihn. Als erfahrener Athlet teilte der 45-Jährige seine Kräfte gut ein. Zunächst sah es so aus, als hätte er dieselbe Höhe erreicht wie der später Zweitplatzierte. Die Trainerin erhob jedoch Einspruch gegen die Wertung – und es zeigte sich, dass Dominic Geisseler einen Griff mehr gehalten hatte als sein Kontrahent. «Ich bin unglaublich dankbar und glücklich über diesen Erfolg», sagt der Para-Kletterer.

Und mit Sarah Longhi feierte das Para Climbing Team des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) gleich einen zweiten Podestplatz. Die 40-Jährige aus Knonau trat in der Kategorie RP2 an. Die Athletinnen dieser Kategorie haben neurologische oder physiologische Einschränkungen mittlerer Schwere, die sehr unterschiedlich sein können und sich auf Beweglichkeit, Koordination und Kraft auswirken. Longhi sitzt im Alltag im Rollstuhl und hat vor allem Mühe, die Bewegung ihres rechten Beins zu kontrollieren. Mit kreativen Lösungen kämpfte sie sich die Wand hoch und erreichte den dritten Rang.

Longhi schwärmt von der «bombastischen Stimmung und den abwechslungsreichen Routen». Da in Laval gleichzeitig auch die World Climbing Series stattfanden, kamen Athletinnen und Athleten aus 28 Nationen zusammen und verliehen dem Anlass eine besondere internationale Atmosphäre.

Schnelle Zeiten und zwei Finalisten im Lead

Auch die anderen Athletinnen und Athleten des Swiss Climbing Teams zeigten in Laval starke Leistungen. In der Kategorie Speed sprintete Gilles Meili die 15-Meter-Wand in 4.89 Sekunden hoch – und erreichte damit die drittschnellste Zeit des gesamten Wettkampfs (der neue Europarekord: 4.79 Sekunden). Allerdings treten im Speed die Athletinnen und Athleten im K.-o.-System gegeneinander an. Dabei gelangen dem 18-jährigen Zürcher nicht in allen Läufen gleich konstante Leistungen. Deshalb beendete er den Wettkampf auf dem 5. Platz.

Im Lead kletterten gleich drei Athleten des Swiss Climbing Teams in die Top Ten. Jonas Utelli und Sascha Lehmann kletterten am Sonntagnachmittag im Final der besten Acht. Beide zeigten eine starke Leistung, verloren aber an einer steilen Passage mit Untergriffen viel Kraft und beendeten den Wettkampf auf dem 5. beziehungsweise 8. Platz. Damit belegt Jonas Utelli in der Gesamtwertung der europäischen Lead-Wettkämpfe 2026 den dritten Platz. Bei den Damen kletterte die 20-jährige Noé Looser als beste Schweizerin auf den 11. Platz.

Resultate Swiss Climbing Team
World Climbing Europe Championship Laval 2026


Para Climbing

B1 Damen: 4. Laila Grillo, 27.2.1991, Allschwil BL / Anna Jutz (Guide)
B1 Herren: 5. Steven Mack, 9.3.1986, Adelboden BE / Damaris Blum (Guide)
B3 Herren: 5. Sebastian Schmitz, 27.10.1981, Baar ZG / Anita Kolar (Guide)
AL2 Damen: 7. Dilan Zbinden, 25.9.1996, Uster ZH
AL2 Herren: 7. Martin Villiger, 14.5.1996, Horw LU
AU2 Damen: 6. Lune Bösch, 19.1.2001, Zürich
RP1 Damen: 4. Doris Rohner, 12.6.1987, Malters LU
RP1 Herren: 19. Bruno Aerni, 24.8.2001, Clarens VD
RP2 Damen: 3. Sarah Longhi, 21.5.1986, Knonau ZH
AU3 Herren: 1. Dominic Geisseler, 13.6.1981, Pratteln BL

Speed

Männer
5. Gilles Meili, 2.4.2008, Zürich
26. Sofiane Vial, 14.4.2009, Avry-devant-Pont FR

Lead

Männer
5. Jonas Utelli, 26.9.2003, Thun BE
8. Sascha Lehmann, 3.2.1998, Bern
10. Nino Grünenfelder, 23.12.2001, Bern

Damen

11. Noé Looser, 5.10.2006, Grabs SG
38. Liv Egli, 7.6.2003, Hünibach BE
45. Charlotte Perney, 2.6.2007, Lausanne VD

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